Die Belsmühle

DIE TEMPELMÜHLE DER HEREN VON ST. JOHANN UND CORDULA AM HARDTBACH IN OEDEKOVEN DIE SPÄTERE BELSMÜHLE 1362 – 1978
Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts bestand bereits eine Ölmühle in der Gemarkung Oedekoven am Hardtbach, die von einem Müller Heinrich zu Lessenich betrieben wurde. Müller Heinrich übertrug diese Ölmühle im Jahre 1362 an die Kommende des Johanniterordens in Köln, in deren Besitz sie für die folgenden 432 Jahre verblieb.

Am 16. März 1610 und wiederum am 11. Februar 1616 nahm das zeitgleiche Halfenehepaar des Tempelhofs in Oedekoven, Gillis Schallenberg und seine Ehefrau Katharina, im Auftrage ihrer Herren von St. Johann und Cordula von Köln, zum Bau einer Ölmühle, am Hardtbach zu Lessenich gelegen, von den Kölner Meistern Rutger Velber und Adam Mat. Brewer 100 Taler.
Für die folgenden 178 Jahre in kurkölnischer Verwaltungszeit waren keine weiteren Unterlagen über diese Ölmühle aufzufinden. Man möchte aber annehmen, dass die zeitgleichen Tempelhalfen von Oedekoven diese, noch bis ins 19. Jahrhundert auf Karten als „Tempelmühle“ bezeichnete Ölmühle neben ihrem Wirtschaftshof in Oedekoven mit betrieben wurde.
Erst mit dem Verkauf der Tempelmühle mit dem Tempelhof der französischen Domänenverwaltung an den Bonner Kaufmann Josef Bel am 21. Juli 1808 für 48.000 Franken ist mehr über diese Mühle am Hardtbach bekannt. Josef Bel war mit der am 21. Februar 1778 geborenen Anna Maria Schweikart verheiratet, die aus wohlhabender Familie aus Mainz stammt. In dieser Ehe wurde am 26. Mai 1811 der Sohn Karl Michael Johann Bel geboren, der am 9. April 1839 die aus Virnich bei Euskirchen stammende Maria Gertrud Löltgen heiratete.
Karl Michael Johann Bel lebte in Oedekoven als Ackerer und Müller der Tempelmühle oder Belsmühle, und sein am 13. März 1849 geborener Sohn Albert Heinrich heiratete 1878 Sibylla Loben aus Oberdrees und übernahm als Ackerer und Müller die Tempelmühle.
1871 lebten im Wohnhaus der Belsmühle 14 Personen. 1881 waren es sechs männliche und vier weibliche Personen. Der 1881 geborene Clemens Bel heiratete 1906 Barbara Brodesser und war der nachfolgende und zugleich letzte Müller der alten, wasserbetriebenen Belsmühle. Danach war eine Tochter aus vorgenannter Ehe, Mathilde Ottilie, verbreitete Lovis, die Eigentümerin des Mühlengebäudes, welches nur noch als Wohngebäude genutzt wird.

